Vor- und Nachteile der Digitalisierung bei Diabetes

Vorteile

Frage: Wie beurteilen Sie mögliche Vorteile der Digitalisierung für die Diabetologie? (kein Vorteil/geringer Vorteil/mittel/großer Vorteil/sehr großer Vorteil)

Fazit: Die positive Sichtweise der Diabetologen bezüglich der Digitalisierung zeigt sich auch in der Beurteilung möglicher Vorteile hinsichtlich der Digitalisierung: Insgesamt überwiegen eher die positiven Bewertungen, bei keiner Frage überwog die Antwort „kein Vorteil“.
Als wichtigsten Vorteil erachten die Befragten die Möglichkeit, die Therapiesicherheit (z. B. Verhindern von Unter- und Überzuckerungen) und die Qualität der Therapie für die Patienten zu verbessern. Ebenfalls erwarten sich die Ärzte digitale Hilfestellungen sowohl für die Patienten („Patient-­Support-Programme“) als auch die Ärzte („Physician-Support-Programme“).
Ebenso werden „effizientere Arbeitsabläufe in der Praxis“ und die „Verbesserung des Empowerments für Patienten“ überwiegend als positive Aspekte einer fortschreitenden Digitalisierung bewertet.
Noch eher unentschlossen ist die Mehrzahl der Befragten, ob sich durch die Digitalisierung die „Kommunikation mit dem Patienten“ und auch die „Kommunikation mit andern Ärzten“ verbessern.
Diese Haltung ist besonders ausgeprägt bei den Themen „größere Arbeitszufriedenheit“, „bessere Versorgung ‚schwieriger’ Patienten“ und vor allem bei dem Punkt, ob die Digitalisierung zu einer „besseren Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen“ führt.

Nachteile

Frage: Wie beurteilen Sie mögliche Nachteile der Digitalisierung für die Diabetologie? (sehr großer Nachteil/großer Nachteil/mittel/geringer Nachteil/kein Nachteil)

Fazit: Bezüglich der Digitalisierung werden von den Befragten auch mögliche Nachteile gesehen – vor allem bezüglich der „hohen Investitionskosten“ und „rechtlichen Unsicherheiten“. Auch Probleme mit dem „Datenschutz“, eine „Überforderung durch die Technik“ und die „Fehleranfälligkeit von digitalen Anwendungen“ sind ernstzunehmende Barrieren bei der Umsetzung von digitalen Projekten innerhalb der Diabetologie. Als eher noch unentschieden oder abwartend kann man die Haltung der Dia­be­tologen charakterisieren, inwieweit die digitalen Anwendungen in den „Behandlungsalltag“ zu integrieren sind und im klinischen Alltag tatsächlich eine positive „Aufwand-Nutzen-Bilanz“ aufweisen.

Eher weniger ausgeprägt sind Sorgen oder Befürchtungen, dass aufgrund der Digitalisierung der „Arzt ersetzt wird“ oder das „Arzt-Patienten-Verhältnis“ darunter leidet. Ob die Digitalisierung zu einem „höheren Risiko von Fehlbehandlungen“ führt, sind sich die Befragten noch unschlüssig.