Beschreibung der Stichprobe, aktuelle Praxis der Digitalisierung, Technologisierung

Insgesamt haben 574 Diabetesberater und -assistenten an der Befragung teilgenommen.

Frage: Was ist Ihr Geschlecht?

Fazit: Der überwiegende Anteil von Diabetesberatern/–assistenten ist weiblich. Gerade einmal 4,4 % sind männlich, 0,1 % divers/intersexuell.

Frage: Wie alt sind Sie?

Fazit: Das Durchschnittsalter der befragten Diabetesberater/-assistenten liegt bei 48,9 Jahren, die meisten der Befragten sind zwischen 50 und 58 Jahre alt.

Frage: Wo befindet sich Ihre diabetologische Einrichtung?

Fazit: Das Stadt-Land-Verhältnis ist bei den befragten Diabetesberatern/–assistenten relativ ausgeglichen, etwas mehr Befragte kommen aus eher städtischen Gebieten.

Frage: In welcher KV-Region sind Sie tätig?

Fazit: Die meisten Teilnehmer kommen aus den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Bayern (16,4 %), Baden-Württemberg (15,3 %) und Nordrhein (12,4 %). Insgesamt nahmen Diabetesberater/-assistenten aus allen KV-Bezirken an der Befragung teil.

Frage: In welchem Bereich arbeiten Sie? Falls Sie im ambulanten Bereich arbeiten: Um welche Praxisform handelt es sich?

Fazit: Ungefähr zwei von drei Diabetesberatern/-assistenten arbeiten im ambulanten, 23,5 % im stationären Bereich. Die ambulant Tätigen verteilen sich zu 37,3 % auf Gemeinschaftspraxen, zu 29,4 % auf Einzelpraxen, zu 14,1 % auf Medizinische Versorgungszentren und zu 7,5 % auf Praxisgemeinschaften.

Frage: Sind Sie Mitglied im Verband der Dia­betes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD)?

Fazit: Ein Großteil der Befragten (83,4 %) ist Mitglied im VDBD.

Frage: Über welche diabetologische Weiterbildung verfügen Sie?

Fazit: Fast alle Befragten (98,3 %) haben eine abgeschlossene Weiterbildung, 85,2 % eine Weiterbildung zum Diabetesberater DDG abgeschlossen, 31,2 % eine Weiterbildung zum Diabetesassistenten DDG. Beide Weiterbildungen haben 18,1 % erfolgreich abgeschlossen. 4,0 % der Befragten befinden sich noch in der Weiterbildung zum Diabetesberater DDG, 0,2 % der Befragten zur Weiterbildung zum Diabetesassistenten DDG.

Anmerkung: Die folgenden Auswertungen beziehen sich auf Patienten, die im ambulanten Bereich betreut werden. Dies soll verhindern, dass Diabetespatienten, die sich kurzzeitig in stationärer Behandlung befinden, aber natürlich auch ambulant behandelt werden, doppelt erfasst werden.


Anteil der Patienten mit Typ-1-Diabetes (ambulant)

Frage: Wie viele Patienten mit Typ-1-Diabetes werden in Ihrer Institution behandelt?

Fazit: Die Anzahl der Patienten mit Typ-1-Diabetes, die in den Einrichtungen behandelt werden, in der die Teilnehmer der Befragung arbeiten, ist relativ ausgeglichen. Nur Einrichtungen mit mehr als 500 Menschen mit Typ-1-Diabetes sind mit 10,5 % etwa unterrepräsentiert.


Anteil der Patienten mit Typ-1-Diabetes (ambulant und/oder stationär)

Frage: Wie viele Patienten mit Typ-1-Diabetes werden in Ihrer Institution behandelt?


Fazit: Im ambulanten Bereich sind die Institutionen, die wenige (< 50) bzw. sehr viele (> 500) Patienten betreuen, relativ ausgeglichen in der Befragung vertreten. Im stationären Setting fällt auf, dass nur wenige Institutionen mehr als 100 Menschen mit Typ-1-Diabetes behandeln, 43,7 % sogar weniger als durchschnittlich 4 Patienten pro Monat.


Anzahl der Patienten mit Typ-1-Diabetes mit neuen Technologien (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-1-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?


Fazit: Die befragten Diabetesberater/-assistenten berichten, dass in ihren Institutionen durchschnittlich 59 Menschen mit Typ-1-Diabetes ein CGM-Gerät nutzen, 101 Flash-Glukosemessung, 68 eine Insulinpumpe, 7 ein Hybrid-Closed-­Loop-System und 2 ein selbst gebautes Closed-Loop-System.


Absolute Anzahl der Patienten mit Typ-1-Dia­betes mit neuen Technologien entsprechend der Größe der Einrichtung (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-1-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?

Fazit: Je größer die diabetologische Einrichtung ist, desto mehr Technologien werden durch die Patienten mit Diabetes genutzt. Vor allem in den großen Einrichtungen, die mehr als 500 Menschen mit Typ-1-Diabetes betreuen, finden sich viele Patienten, die moderne Technologien anwenden: 668 verwenden einen Glukosesensor (CGM oder Flash-Glukosemessung), 292 eine Insulinpumpe, 31 ein Hybrid-­Closed-­Loop-System und 5 ein selbst gebautes Closed-­Loop.


Relativer Anteil der Patienten mit Typ-1-Diabetes mit neuen Technologien pro Einrichtung (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-1-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed Loop?


Fazit: Bezogen auf die Größe der Praxis zeigt sich, dass der Anteil von Patienten mit modernen Technologien etwa gleich ist. Somit spielt die Größe der diabetologischen Einrichtung keine bedeutende Rolle hinsichtlich der Betreuung von Patienten mit neuen Technologien.


Relativer Anteil der Patienten mit Typ-1-Diabetes mit neuen Technologien pro Einrichtung (ambulant und/oder stationär)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-1-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?


Fazit: Bezogen auf den Anteil der Patienten mit Typ-1-Diabetes und neuen Technologien gibt es auch keinen bedeutsamen Unterschied zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen.

Anteil der Patienten mit Typ-2-Diabetes (ambulant)

Frage: Wie viele Patienten mit Typ-2-Diabetes werden in Ihrer Institution behandelt?

Fazit: Die meisten Teilnehmer der Befragung arbeiten in Institutionen, die zwischen 200 und 500 (32,6 %) bzw. 500 und 1 000 Patienten mit Typ-2-Diabetes behandeln. Im Durchschnitt werden in den ambulanten diabetologischen Praxen dieser Befragung ca. 600 Patienten behandelt.


Anteil der Patienten mit Typ-2-Diabetes (ambulant und/oder stationär)

Frage: Wie viele Patienten mit Typ-2-Diabetes werden in Ihrer Institution behandelt?

Fazit: Auch was die Anzahl der behandelten Menschen mit Typ-2-Diabetes angeht, zeigt sich, dass im stationären Bereich öfter weniger Patienten behandelt werden als im ambulanten Sektor. Die meisten Einrichtungen, ambulant wie stationär, behandeln 200 – 500 Menschen mit Typ-2-Diabetes.


Anzahl der Patienten mit Typ-2-Diabetes mit neuen Technologien pro Einrichtung (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-2-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?

Fazit: In den Einrichtungen, in denen die Diabetesberater/-assistenten arbeiten, verwenden durchschnittlich 181 Menschen mit Typ-2-Diabetes ein Flash-Glukosemesssystem, durchschnittlich 23 Menschen ein CGM-Gerät, durchschnittlich 5 Patienten eine Insulinpumpe und 1 Patientent ein Hybrid-Closed-Loop-System.


Absolute Anzahl der Patienten mit Typ-2-Dia­betes mit neuen Technologien entsprechend der Größe der Einrichtung (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-2-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?

Fazit: In größeren Praxen kommen mehr Technologien zum Einsatz: In Einrichtungen, in denen zwischen 200 und 500 Menschen mit Typ-2-Diabetes behandelt werden, nutzen im Schnitt 76 Patienten die Flash-Glukosemessung, währen dies in Einrichtungen mit mehr als 1 500 Menschen mit Typ-2-Diabetes durchschnittlich 535 Patienten sind.


Relativer Anteil der Patienten mit Typ-2-Dia­betes mit neuen Technologien pro Einrichtung (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-2-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?

Fazit: Auch bei Typ-2-Diabetes spielt die Größe der Einrichtung in Bezug auf den relativen Anteil von neuen Technologien kaum eine Rolle.


Relativer Anteil der Patienten mit Typ-2-Diabetes mit neuen Technologien pro Einrichtung (ambulant und/oder stationär)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-2-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?

Fazit: Ob eine Einrichtung Menschen mit Typ-2-Diabetes ambulant oder stationär behandelt, spielt hinsichtlich des Anteils verwendeter Technologien keine Rolle. Der einzige kleine Unterschied findet sich bei der Flash-Glukosemessung: Im ambulanten Bereich nutzen 21,3 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes Flash-Glukosemessung, im stationären Bereich nur 16,8 %.

Gesamtzahl der Patienten (Typ-1- und Typ-2-­Diabetes) mit neuen Technologien pro ­Einrichtung (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-1-Dia­betes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop? Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-2-Diabetes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?

Fazit: Aufsummiert nutzen pro Einrichtung durchschnittlich 82 Menschen mit Diabetes die Methode der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM), 282 die Methode der Flash-Glukosemessung, 73 eine Insulinpumpe, 8 ein Hybrid-Closed-­Loop-System und 2 ein selbstgebautes Closed-Loop-System.


Gesamtzahl der Patienten (Typ-1- und Typ-2-­Diabetes) mit neuen Technologien aller ­Einrichtungen (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-1-Dia­betes und Typ-2-Diabetes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-­Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-Loop?

Fazit: Insgesamt verwenden die behandelten Menschen mit Diabetes aller befragten Diabetesberater/-assistenten ca. 36 000 Geräte zur kontinuierlichen Glukosemessung, 123 00 Systeme zur Flash-Glukosemessung, 32 000 Insulinpumpen, 3 700 Hybrid-Closed-Loop Systeme und 800 selbst gebaute Closed-Loop-Systeme.


Relativer Anteil der Patienten (Typ-1- und Typ-2-­Diabetes) mit neuen Technologien pro ­Einrichtung (ambulant)

Frage: Wie viele Ihrer Patienten mit Typ-1-Dia­betes und Typ-2-Diabetes nutzen kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Flash-Glukosemessung, eine Insulinpumpe (CSII), ein Hybrid-­Closed-Loop, ein selbst gebautes Closed-­Loop? (Verhältnis Gesamtanzahl der Patienten pro Praxis dividiert durch die Zahl der Patienten, die die jeweiligen modernen Technologien anwenden)

Fazit: Insgesamt verwenden 9,9 % der Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes ein System zur kontinuierlichen Glukosemessung, 26,2 % Flash-Glukosemessung und 8,4 % eine Insulinpumpe. Ein Hybrid-Closed-Loop-System wird von 1,1 % der Menschen mit Diabetes verwendet, ein selbst gebautes Closed-Loop von 0,3 %. Bei Typ-1-Diabetes benutzen mittlerweile fast 75 % ein System zur kontinuierlichen Erfassung der Glukosewerte, rund jeder Dritte trägt eine Insulinpumpe.

Einstellungen zur Digitalisierung und neuen Technologien

Frage: Welche Einstellung haben Sie zur Digitalisierung in der Diabetologie? (100-stufige Antwortskala von „sehr negativ“ bis „sehr positiv“, Kategorisierung: unter 40  = „negativ“, zwischen 40 und 60 = „neutral“, über 60 = „positiv“)

Fazit: 4 von 5 Diabetesberatern/-assistenten haben eine positive Einstellung zur Digitalisierung in der Diabetologie, nur 4,2 % sind bezüglich dieser Entwicklung skeptisch.

Frage: Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen hinsichtlich digitaler Anwendungen und neuer Technologien (kurz: DA+NT) in der Diabetestherapie? (100-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“, Kategorisierung: über 60 = „Zustimmung“)

Fazit:

  • Die Bedeutung der Digitalisierung und neuer Technologien zeigt sich auch durch die Tatsache, dass die meisten (73,5 %) befragten Diabetesberater/-assistenten davon überzeugt sind, dass sich das eigene Berufsbild durch diese Entwicklung deutlich verändert.
  • Die meisten der Befragten sind davon überzeugt, dass digitale Anwendungen und neue Technologien sowohl die glykämische Kontrolle von Menschen mit Diabetes verbessern (69,6 %) als auch einen wichtigen Beitrag hin zu einer immer persönlicheren, individuelleren Diabetestherapie leisten (63,6 %).
  • Aber auch das eigene Arbeitsumfeld wird durch die Digitalisierung positiv beeinflusst: 61,0 % berichten als Folge von DA+NT von einer verbesserten Qualität der eigenen Arbeit, 49,6 % von besseren Abläufen in der eigenen Einrichtung und ein bisschen mehr als die Hälfte der Befragten von mehr Spaß bei der Arbeit (50,4 %).

Frage: Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen hinsichtlich digitaler Anwendungen und neuer Technologien (kurz: DA+NT) in der Diabetestherapie? (100-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“, Kategorisierung: über 60 = „Zustimmung“)

Fazit:

  • Fast die Hälfte der Befragten ist auch der Ansicht, dass DA+NT dazu beitragen, dass sie eigenständiger arbeiten können (47,6 %) und die eigene Tätigkeit innerhalb des Teams an Bedeutung gewinnt (47,2 %).
  • Sehr interessant ist auch das Ergebnis zur Frage, ob DA+NT den persönlichen Kontakt zu Patienten verbessern: Immerhin 39,9 % stimmen dem zu, 23,1 % sind nicht dieser Ansicht, 36,9 % sind hier eher unentschlossen. Dies ist bemerkenswert, da häufig digitale Anwendungen mit dem Argument abgelehnt werden, dass sie zu unpersönlich seien. Allerdings scheinen auch andere Prozesse wie eine deutlich personalisiertere Diabetestherapie oder auch häufigere Kontaktmöglichkeiten den persönlichen Kontakt zu verbessern.
  • Während fast ein Drittel (31,9 %) glaubt, dass sich durch DA+NT der Austausch mit dem Arzt intensiviert, sind 28,4 % der Befragten davon nicht überzeugt.
  • Ähnlich wie Ärzte sind die meisten Diabetesberater/-assistenten nicht der Überzeugung, dass DA+NT die Vernetzung mit anderen Institutionen fördern (25,4 %), und vor allem, dass der Aufwand durch DA+NT adäquat vergütet wird.
  • Die meisten Diabetesberater/­-assistenten haben keine Angst davor, dass durch DA+NT ihre berufliche Tätigkeit in Gefahr ist und durch andere Angebote ersetzt wird (66,7 %).

Bewertung wichtiger Themenfelder der Digitalisierung und neuer Technologien

Frage: Wenden Sie digitale Anwendungen und neue Technologien (kurz: DA+NT) täglich an? (100-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“, Kategorisierung: über 60 = „Zustimmung“)

Fazit: Die meisten Diabetesberater/-assistenten wenden DA+NT täglich an (54,4 %), sodass diese mittlerweile für viele zum ganz normalen Arbeitsablauf der meisten Befragten gehören.

Kompetenz, Engagement und Interesse an digitalen Anwendungen und neuen Technologien

Frage: Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen hinsichtlich digitaler Anwendungen und neuer Technologien (kurz: DA+NT) in der Diabetestherapie? (5-stufige Antwortskala von „nicht interessiert“ (bzw. „nicht engagiert“ oder „nicht kompetent“) bis „sehr interessiert“ (bzw. „sehr engagiert“ oder „sehr kompetent“).

Fazit: Diabetesberater/-assistenten beurteilen sich hinsichtlich digitaler Anwendungen und neuer Technologien als sehr interessiert (90,9 %), engagiert (85,2 %) und kompetent (72,5 %). Dies belegt die sehr positive Grundhaltung gegenüber der fortschreitenden Digitalisierung in der Diabetologie.

Frage: Haben Sie in Bezug auf DA+NT Fortbildungsbedarf? (100-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“, Kategorisierung: über 60 = „Zustimmung“)

Fazit: Die positive Grundhaltung gegenüber Neuerungen in Bezug auf die Digitalisierung und neue Technologien spiegelt sich auch in dem weitverbreiteten Wunsch (68,3 %) nach mehr Fortbildungsangeboten wider. Nur rund jeder 10. sieht keinen Fortbildungsbedarf.

Frage: Fühlen Sie sich im Umgang mit digitalen Anwendungen und neuen Technologien in der Diabetestherapie kompetent? (100-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“, Kategorisierung: über 60 = „Zustimmung“)

Fazit: Die überwiegende Anzahl Diabetesberater/-assistenten (72,5 %) fühlt sich im Umgang mit neuen Technologien und digitalen Anwendungen kompetent, nur ein ganz geringer Anteil schätzt sich als nicht kompetent ein.

Frage: Welche der folgenden Themen sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten für die Diabetologie? (dargestellt ist die Häufigkeit der Nennung)

Fazit:

  • Bezüglich der wichtigsten Themenfelder der Digitalisierung stimmen die meisten Befragten überein, dass Software zur Analyse von Glukosedaten (Rang 1), Kompatibilität mit anderen Systemen (Rang 2) und Closed-­Loop-­Systeme (AID-Systeme) (Rang 3) die aktuell wichtigsten Themen sind.
  • Als nächstwichtige Themen werden Diabetes-­Apps für Patienten (Rang 4) und Systeme zur Unterstützung von Therapieentscheidungen für Patienten (Rang 5) genannt.
  • Online-Angebote im Sinne der Video-Sprech­stunde (Rang 5), Online-Angebote zur Prävention des Typ-2-Diabetes (Rang 6) und Video-Schulung (Rang 7) haben für die befragten Diabetesberater/-assistenten einen mittleren Bedeutungsgrad.
  • Wahrscheinlich werden Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (Rang 9) und Systeme zur Unterstützung der Entscheidungen von Ärzten (Rang 10) im Moment noch nicht als wirklich ausgereift betrachtet, sodass diese Themen als weniger bedeutsam eingeschätzt werden.
  • Als vergleichsweise am wenigsten wichtig wird die Selbsthilfe per Internet (Online-­Communitys) (Rang 11) bewertet.

Frage: Welche Auswertungs-Software verwenden Sie? (mehrere Antworten möglich)

Fazit: Auswertungsprogramme für Glukosedaten werden von Diabetesberatern/-assistenten als das aktuell wichtigste Thema in Bezug auf die Digitalisierung und neue Technologien bewertet. Am häufigsten nutzen die Diabetesberater/-assistenten das Programm „LibreView“, gefolgt von der Auswertungssoftware „Accu-­Check Smart Pix“. „CareLink“ und „CLARITY“ landen auf den nächsten Plätzen, gefolgt vom Programm „DIABASS“. Nicht sehr häufig verwendet werden die Programme „diasend“ und „siDiary“.

Frage: Welche digitalen Möglichkeiten bietet Ihre diabetologische Einrichtung an? (mehrere Antworten möglich)

Fazit: Neben den Auswertungsprogrammen zur Analyse von Glukoseverläufen gibt es in den Einrichtungen, in denen Diabetesberater/-assistenten arbeiten, noch folgende andere digitale Angebote:

  • Rund ein Drittel der Einrichtungen (32,2 %) bietet die Möglichkeit der Online-Rezeptbestellung an.
  • Eine Online-Sprechstunde wird in 30,3 % der Einrichtungen angeboten – erstaunlich wenig, wenn man bedenkt, dass die Befragung schon weit nach Ausbruch der Corona-­Pandemie (August/September 2020) durchgeführt wurde.
  • Auch digitale Protokollbesprechungen werden bislang nur in ca. jeder 4. Einrichtung (25,1 %) durchgeführt.
  • Eine Online-Terminvereinbarung bietet ca. jede 5. Einrichtung (20,6 %) an.
  • Dass trotz der Ausnahmeregelung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), wonach Gruppenschulungen unter Umständen (Regelung durch die zuständige Kassen­ärztliche Vereinigung) während der Corona-Pandemie als Alternative zur Präsenzschulung genehmigt werden, nur in ca. jeder 20. Einrichtung auch Video-Schulungen angeboten werden, ist ein erstaunlicher Befund.
  • In der Zusammenschau der Ergebnisse zeigt sich, dass trotz der sehr positiven Einstellung der Diabetesteams (Diabetesberater/-assistenten, Ärzte) die Umsetzung in die Praxis nur sehr zögerlich erfolgt. Daher erstaunt es nicht, dass die Kategorie „nichts davon – keine digitale Anwendung“ am häufigsten gewählt wird.

Unser Kommentar: Da ist noch Luft nach oben!

Bedeutung von AID-Systemen

Frage: Wie bedeutsam schätzen Sie Closed-­Loop-Systeme aktuell und in 5 Jahren ein? (5-stufige Antwortskala von „gar nicht bedeutsam“ bis „sehr bedeutsam“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „eher“ oder „sehr bedeutsam“ bewertet haben)

Fazit: Schon jetzt erachten 59,4 % der Befragten Closed-Loop-(AID-)Systeme als sehr bedeutsam für Menschen mit Diabetes. Bezogen auf die nächsten 5 Jahre sind sogar 91,6 % davon überzeugt, dass diese sehr bedeutsam werden.

Frage: Welche Auswirkungen werden Closed-­Loop-Systeme Ihrer Einschätzung nach in den nächsten 5 Jahren auf Ihre Tätigkeit haben? (5-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „Stimme eher zu“ oder „Stimme sehr zu“ bewertet haben)

Fazit: Bei der Beantwortung muss berücksichtigt werden, dass es sich um Einschätzungen in Bezug auf die Zukunft handelt, was den relativ großen Anteil von „teils/teils“-Antworten erklärt.

  • Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass mit AID-Systemen die Betreuung komplexer (74,0 %) und der Aufwand für die Schulung (67,4 %) als auch der Zeitaufwand (52,9 %) steigen werden.
  • Nur wenig mehr als ein Drittel (38,2 %) erwarten, dass die Patienten mit AID-Systemen autonomer werden – was man theoretisch erwarten könnte, wenn die Systeme zukünftig einwandfrei funktionieren würden. Allerdings sind auch nur 13,9 % explizit der Meinung, dass dies nicht eine Folge von AID-Systemen sein wird.
  • Ziemlich genau ein Drittel der Befragten (33,0 %) glaubt, dass Patienten mit den AID-Systemen nicht zurechtkommen werden. Aber auch hier sind es nur 16,0 %, die der Meinung sind, dass dies für Patienten kein Problem sein wird. Klarer fällt das Bild aus, wenn man die „Problempatienten“ betrachtet: Hier glauben nur 16,0 %, dass AID-Systeme bei diesen Personen hilfreich sein werden, 46,2 % sind explizit nicht dieser Meinung.
  • Immerhin fast jeder 5. der Befragten (19,3 %) sieht auch Gefahren durch AID-Systeme – etwa, wenn sich Patienten zu sehr auf die AID-Systeme verlassen und die Basistherapie nicht mehr beherrschen oder wenn es zu möglichen Problemen mit den Systemen (z. B. technischer Defekt, fehlende Bluetooth-Verbindung) kommt.
  • Die meisten Diabetesberater/-assistenten glauben nicht, dass es wegen der AID-Systeme zu weniger Kontakten mit den Patienten kommt (nur 19,5 % Zustimmung) und der Betreuungsaufwand niedriger wird (nur 11,1 % Zustimmung).
  • Auch befürchten die Befragten auch nicht, dass Diabetes-Teams überflüssig werden (nur 2,5 % Zustimmung).

Bedeutung von Diabetes-Apps

Frage: Wie bedeutsam schätzen Sie Diabetes-­Apps aktuell und in 5 Jahren ein? (5-stufige Antwortskala von „gar nicht bedeutsam“ bis „sehr bedeutsam“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „eher“ oder „sehr bedeutsam“ bewertet haben)

Fazit: Fast die Hälfte der Diabetesberater/-assistenten erachtet Diabetes-Apps schon heute als bedeutsame Ergänzung der Diabetestherapie. Dies spiegelt sich auch in der Bewertung der wichtigsten Themenfelder der Diabetologie wieder, bei der die Apps auf Rang 4 gewählt wurden. In 5 Jahren wird die Bedeutung nach Einschätzung der Diabetesberater/-assistenten noch einmal sprunghaft ansteigen und mit 78,4 % sehr hoch sein.


Nutzung von Diabetes-Apps

Frage: Wie viel Prozent Ihrer Patienten nutzen aktuell und in 5 Jahren Diabetes-Apps?

Fazit: Nach Einschätzung der Diabetesberater/-assistenten nutzt aktuell ca. jeder 3. Mensch mit Diabetes eine Diabetes-App, in 5 Jahren werden es etwas mehr als die Hälfte (55,1 %) sein.

Frage: Erwarten Sie, dass die „Apps auf Rezept“ die Versorgung von Menschen mit Diabetes verbessern? (5-stufige Antwortskala von „überhaupt nicht“ bis „ja“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „eher ja“ oder „ja“ bewertet haben).

Fazit: Die meisten Diabetesberater/-assistenten können sich eher nicht vorstellen, dass Diabetes-Apps die Versorgung verbessern (keine Zustimmung 28,3 %) oder haben hierzu noch keine oder eine eher abwartende Haltung (teils/teils 43,1 %). Nur ca. jeder 4. der Befragten (28,6 %) glaubt, dass Diabetes-Apps eine gute Unterstützung bei der Umsetzung der Therapie sind.

Bedeutung von Video-Schulung

Frage: Wie bedeutsam schätzen Sie Online-­Video-­Schulung aktuell und in 5 Jahren ein? (5-stufige Antwortskala von „gar nicht bedeutsam“ bis „sehr bedeutsam“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „eher“ oder „sehr bedeutsam“ bewertet haben)

Fazit: Aktuell schätzen 32,3 % der Diabetesberater/-assistenten die Video-Schulung als bedeutsam ein und schätzen, dass sich dieser Anteil innerhalb der nächsten 5 Jahre verdoppeln wird.


Nutzung von Video-Schulung

Frage: Wie viel Prozent Ihrer Patienten nutzen aktuell und in 5 Jahren Online-Video-Schulungen?

Fazit: Ganz im Gegensatz zur eingeschätzten Bedeutung der Video-Schulung sieht die aktuelle Nutzung aus. Nur 8,5 % der Patienten nutzen aktuell die Videoschulung, der Anteil wird sich nach Ansicht der Diabetesberater/-assistenten auch nur sehr langsam verändern (35,7 % in 5 Jahren).


Bereitschaft, wegen der Pandemie Video-Schulungen anzubieten

Frage: Inwieweit stimmen Sie der folgenden Aussage zu Online-Video-Schulungen zu: „Durch Corona hat sich meine Bereitschaft, Online-­Video-Schulungen anzubieten, erhöht.“ (5-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „Stimme eher zu“ oder „Stimme sehr zu“ bewertet haben)

Fazit: Für mehr als die Hälfte der Befragten (50,6 %) hat sich durch Corona die Bereitschaft erhöht, eine Online-Video-Schulung anzubieten. Teilweise war dies während des Lockdowns auch die einzige Möglichkeit, Patienten zu schulen. Ca. jede 4. Einrichtung (24,6 %) ist noch unentschlossen, während ein anderes Viertel (24,8 %) nicht vorhat, trotz Corona eine Video-Sprechstunde in der Einrichtung einzuführen.


Video-Schulungen auch nach der Pandemie beibehalten

Frage: Inwieweit stimmen Sie der folgenden Aussagen zu Online-Video-Schulungen zu: „Die Online-­Video-Schulung sollte auch nach Corona ein fester Bestandteil des Schulungsangebotes sein.“ (5-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „Stimme eher zu“ oder „Stimme sehr zu“ bewertet haben)

Fazit: 44,3 % der Befragten möchten auch nach der COVID-19-Pandemie das Angebot einer Video-­Schulung beibehalten, für 26,9 % ist das aktuell keine Option.


Video-Schulung mit zertifizierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen

Frage: Inwieweit stimmen Sie der folgenden Aussage zu Online-Video-Schulungen zu: „Mit den zertifizierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen ist eine Online-Video-Schulung möglich.“ (5-stufige Antwortskala von „Stimme gar nicht zu“ bis „Stimme sehr zu“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „Stimme eher zu“ oder „Stimme sehr zu“ bewertet haben)

Fazit: 31,5 % der Befragten glauben, dass mit zertifizierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen (Disease-Management-Programmen, DMPs) eine Video-Schulung möglich ist, der größte Teil der Befragten ist in der Einschätzung noch unentschlossen bzw. ist der Meinung, dass dies nur teilweise gelingt. 26,3 % können sich das nicht vorstellen.

Bedeutung von Video-Beratungen

Frage: Wie bedeutsam schätzen Sie Online-Video-­Beratungen aktuell und in 5 Jahren ein? (5-stufige Antwortskala von „gar nicht bedeutsam“ bis „sehr bedeutsam“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „eher“ oder „sehr bedeutsam“ bewertet haben)

Fazit: Die Ergebnisse zu einer Beratung über Video sind denen der Video-Schulung sehr ähnlich: 39,7 % erachten diese Option schon heute als bedeutsam, 63,9 % in 5 Jahren.


Nutzung von Online-Video-Beratungen

Frage: Wie viel Prozent Ihrer Patienten nutzen aktuell und in 5 Jahren Online-Video-Beratung?

Fazit: Auch diese Zahlen korrespondieren mit den Ergebnissen zur Video-Schulung. Aktuell nutzen 8,9 % der Patienten die Videotechnik (Teleberatung), in 5 Jahren schätzen die Dia­betesberater/-assistenten den den Anteil auf 34,3 %.

Einstellung zur ePA

Frage: Welche Einstellung haben Sie zur elektronischen Patientenakte (ePA)? (100-stufige Antwortskala von „sehr negativ“ bis „sehr positiv“, Kategorisierung: unter 40  = „negativ“, zwischen 40 und 60 = „neutral“, über 60 = „positiv“)

Fazit: 59,9 % der Befragten haben eine positive Einstellung zur elektronischen Patientenakte, nur sehr wenige (9,0 %) sehen diese kritisch.


Verbesserte Kommunikation mit Kollegen

Frage: Erwarten Sie, dass die ePA zukünftig die Kommunikation mit Ihren Kollegen erleichtert? (5-stufige Antwortskala von „überhaupt nicht“ bis „ja“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „eher ja“ oder „ja“ bewertet haben)

Fazit: Die meisten Diabetesberater/-assistenten (62,2 %) erhoffen sich durch die ePA eine verbesserte Kommunikation mit Kollegen, nur 10,0 % sind skeptisch, dass dies gelingen wird.


Verbesserte Kommunikation mit Patienten

Frage: Erwarten Sie, dass die ePA zukünftig die Kommunikation mit Ihren Patienten erleichtert? (5-stufige Antwortskala von „überhaupt nicht“ bis „ja“; dargestellt ist der Anteil derer, die dies mit „eher ja“ oder „ja“ bewertet haben)

Fazit: Aus dem Vergleich der Einschätzungen bezüglich der verbesserten Kommunikation kann geschlossen werden, dass sich die Diabetesberater/-assistenten mehr Nutzen in einem verbesserten Kommunikationsfluss mit Kollegen als mit Patienten, für die die ePA jedoch eigentlich zentral gedacht ist, erwarten. Trotzdem glauben 50,2 % der Befragten, dass mit der ePA eine bessere Kommunikation mit den Patienten gelingen wird, skeptisch sind 15,3 %.